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Aktuelle Themen

 

Neue Bundesbank-Prognose für 2012 und 2013

EBA-Bankenumfrage

Die Bundesbank und die BaFin haben am 8. Dezember 2011 die Ergebnisse einer EU-weiten Banken-Rekapitalisierungsumfrage für Deutschland veröffentlicht.

Ergebnisse der EBA-Bankenumfrage

Eine Übersicht der Ergebnisse aller an der Umfrage beteiligten Länder finden Sie auf der EBA-Website unter folgendem Link:

Link zur EBA-Seite

Die Rolle der Bundesbank beim Emissionsgeschäft des Bundes

Im Rahmen ihrer Funktion als Hausbank des Bundes nimmt die Bundesbank verschiedene Funktionen bei der Kreditaufnahme des Bundes und bei der Wertpapierabwicklung wahr. Die Bundesbank arbeitet dabei eng mit dem Bundesministerium der Finanzen und der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH (Finanzagentur) zusammen, die im September 2000 mit dem Ziel gegründet wurde, das Schuldenmanagement des Bundes kostensparend und risikooptimiert auszurichten.

Hierbei ist festzuhalten, dass die Bundesbank weder bei den Emissionsgeschäften des Bundes noch bei den Sekundärmarktgeschäften mit Bundeswertpapieren dem Bund einen Kredit gewährt oder Bundeswertpapiere in den eigenen Bestand übernimmt.

Nach dem von der Finanzagentur festgelegten Emissionskalender werden regelmäßig Auktionsverfahren, auch Tender genannt, durchgeführt. Die Begebung beziehungsweise Aufstockung der Einmalemissionen des Bundes (Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen und Unverzinsliche Schatzanweisungen) erfolgt im Auktionsverfahren über das von der Bundesbank entwickelte und betriebene Bund Bietungs-System (BBS). Das BBS ermöglicht eine durchgehende elektronische Bearbeitung von der Ankündigung und Ausschreibung einer Auktion über die Abgabe und Entgegennahme der Gebote bis hin zur Ermittlung und Bekanntgabe der gesamten und individuellen Zuteilungsbeträge.

Bietungsberechtigt bei den von der Bundesbank im Auftrag der Finanzagentur und für Rechnung des Bundes durchgeführten Auktionen sind die derzeit 38 Mitglieder der Bietergruppe Bundesemissionen, bei denen es sich um in- und ausländische Kreditinstitute und Wertpapierfirmen handelt. Über die Höhe der Zuteilung im jeweiligen Auktionsverfahren entscheidet die Finanzagentur. Dabei hält sie bei jeder Auktion eine Marktpflegequote als Eigenbestand des Bundes zurück, den sie später nach und nach im Rahmen ihrer Sekundärmarktaktivitäten auf Rechnung des Bundes in den Markt gibt.

Für alle börsennotierten Bundesemissionen betreibt die Bundesbank im Auftrag der Finanzagentur die Marktpflege an den deutschen Wertpapierbörsen. Ziel dieser Marktpflegeoperationen, bei denen die Bundesbank für Rechnung des Bundes Bundeswertpapiere an- und verkauft, ist die Sicherung der Liquidität der Bundesemissionen an den Präsenzbörsen. Auch Kleinanleger sollen die Möglichkeit erhalten, sich jederzeit von einem Engagement in Bundeswertpapieren zu marktgerechten Preisen wieder zu trennen oder weitere Beträge nachzukaufen. Der für jedes börsennotierte Bundeswertpapier an der Frankfurter Wertpapierbörse unter Mitwirkung der Bundesbank börsentäglich festgestellte Bundesbank-Referenzpreis ist eine wichtige Bezugsgröße insbesondere für das Privatkundengeschäft.

Im Bereich des Privatkundengeschäfts des Bundes ist die Bundesbank in den Verkauf der als Daueremission begebenen Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze des Bundes über Kreditinstitute eingeschaltet.

Die Abwicklung der Wertpapiergeschäfte des Bundes  erfolgt über die bei der Bundesbank geführten Geld- und Depotkonten des Bundes.


Euro Finance Week 2011

Logo 14th Euro Finance WeekMit über 500 Sprechern und 10.000 Besuchern aus 60 Ländern ist die EURO FINANCE WEEK das größte Branchentreffen der Finanz- und Versicherungsindustrie in Europa. In rund 40 Fachveranstaltungen mit 100 Diskussionsrunden bildet die Veranstaltung an fünf Tagen die aktuellen Themen der Branche ab. Zahlreiche Empfänge und Preisverleihungen ergänzen das inhaltliche Programm und bieten ideale Möglichkeiten zum Networking.

Die Mitglieder des Vorstands der Deutschen Bundesbank sprachen zu verschiedenen Themen auf der Veranstaltung.


Veröffentlichte Redebeiträge

Finanzstabilitätsbericht 2011 - Europäische Staatsschuldenkrise größtes Risiko für das Finanzsystem

Am 10.11.2011 wurde der jährliche Finanzstabilitätsbericht vorgestellt. In dem Bericht wird die europäische Staatsschuldenkrise als das größte Risiko für das deutsche Finanzsystem eingeschätzt. Denn neben Griechenland, Irland und Portugal sehen sich nun auch Spanien und Italien großen Zweifel ausgesetzt, ob sie noch ihre hohen Staatsschulden bedienen und abtragen können.

Um die Krise zu überwinden, muss demnach die mangelnde Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen in einigen Euro-Ländern angegangen werden. Finanzielle Hilfen können solche Korrekturen nicht ersetzen. Ziel muss es sein, mit einer engeren Überwachung, stärkeren Institutionen und einer ausgebauten Wirtschaftsunion auf eine dauerhaft solide Finanzpolitik der Euro-Länder hinzuwirken. Die scharfe Trennung von Geld- und Finanzpolitik ist dabei zu respektieren.

Im Zuge der Staatsschuldenkrise sieht sich der europäische Bankensektor dem Bericht zufolge einem erheblichen Vertrauensverlust gegenüber. Diesem entgegenzuwirken stellt die vielleicht größte Herausforderung für die Finanzindustrie dar. Die Deutsche Bundesbank begrüßt daher die auf europäische Ebene angestoßene Kapitalisierung der großen Banken. Trotzdem ist das deutsche Bankensystem schon in den vergangenen beiden Jahren durch eine verbesserte Risikotragfähigkeit widerstandsfähiger geworden. Die Kapitalausstattung ist deutlich gestiegen, die Ertragslage war bis zuletzt recht stabil, und Anfälligkeiten in der Refinanzierung wurden abgebaut.

Allerdings zeichnen sich inzwischen Belastungen ab. Hierzu gehören die Abschreibung auf Teile der Forderungen gegenüber dem griechischen Staat, höhere Refinanzierungskosten und die Eintrübung der Konjunkturaussichten. Nach Einschätzung der Bundesbank bestehen darüber hinaus weiterhin Gefahren durch die andauernd niedrigen Zinsen und die hohe globale Liquidität. Auch die Altlasten der Banken aus Gewerbeimmobilien und strukturierten Wertpapieren sind noch nicht vollständig verarbeitet.

Zur längerfristigen Sicherung der Finanzstabilität muss das Rahmen- und Regelwerk weiterentwickelt werden. Auch große Finanzinstitute müssen aus dem Markt ausscheiden können, ohne das Finanzsystem in Gefahr zu bringen.

Pressematerialien

 

EBA veröffentlicht Details zum Rekapitalisierungsbedarf der Banken

Die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA hat am Mittwoch, 26. Oktober 2011, vorläufige Angaben zu dem für den EU-Bankensektor erwarteten Rekapitalisierungsbedarf veröffentlicht. Danach beträgt der voraussichtliche Kapitalbedarf auf EU-Ebene insgesamt 106,4 Mrd. Euro; davon entfallen auf Deutschland 5,2 Mrd. Euro. Die EBA konkretisiert damit die Entscheidung des Europäischen Rates, der von einer Gruppe großer, international tätiger Banken verlangt, bis Ende Juni 2012 eine deutlich über den regulatorischen Anforderungen liegende Quote von 9 % hartem Kernkapital (Core Tier 1 Capital) aufzubauen. Dabei wird die Definition des EBA-Stresstests 2011 zu Grunde gelegt. Bei der Berechnung dieser Quote soll ein zusätzlicher Puffer für Marktwertverluste bei Engagements gegenüber EWR-Staaten (Sovereign Exposure) berücksichtigt werden.

Die von der EBA genannten vorläufigen Zahlen basieren auf einer Anfang Oktober gemeinsam mit den nationalen Aufsichtsbehörden durchgeführten Umfrage bei 70 europäischen Kreditinstituten – davon 13 aus Deutschland. Dabei handelt es sich um die Teilnehmer des EBA-Stresstests vom Juli 2011, mit Ausnahme einiger kleinerer, nicht grenzüberschreitend tätiger Institute. Abgefragt wurden die Zusammensetzung des harten Kernkapitals zum 30. Juni 2011 und das Sovereign Exposure gegenüber EWR-Staaten.

Auf der Basis der Quartalsabschlüsse der Kreditinstitute zum 30. September 2011 wird die EBA den Rekapitalisierungsbedarf aktualisieren. Der Kapitalbedarf, der bis zum 30. Juni 2012 zu erfüllen ist, wird auf Basis der Marktwerte der Sovereign Exposures zum Stand 30. September 2011 festgelegt, um keinen Anreiz zu setzen, diese Engagements zu verringern. Den aktualisierten Kapitalbedarf wird die EBA voraussichtlich Mitte November 2011 veröffentlichen.

Banken mit Rekapitalisierungsbedarf werden mit ihren nationalen Aufsichtsbehörden einen Plan abstimmen, wie sie beabsichtigen, die höheren Kapitalanforderungen zu erreichen. Dabei soll eine übermäßige Einschränkung der Kreditvergabe vermieden werden, um mögliche Auswirkungen auf die Realwirtschaft in Grenzen zu halten. Vielmehr sollen die Banken primär neues Kapital aufnehmen und/oder die Zahlung von Dividenden und Boni aussetzen. In engen Grenzen sollen Banken auch private Instrumente mit Wandlungsoptionen (Convertible Bonds) heranziehen können, sofern diese die von der EBA definierten strengen Anforderungen an die Wandlungsbedingungen und ihre Verlusttragfähigkeit erfüllen. Auf staatliche Hilfen sollen Banken dagegen nur dann zurückgreifen können, wenn eine ausreichende Rekapitalisierung auf anderem Wege nicht möglich ist.

Neben der Pressemitteilung hat die EBA auch eine Reihe von Fragen & Antworten mit weiteren Hintergrundinformationen sowie ein Methodenpapier auf ihrer Webseite veröffentlicht.

Links zu den Veröffentlichungen der EBA
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