
In diesem Segment stellt die Deutsche Bundesbank ein speziell auf Schülerinnen und Schüler zugeschnittenes Glossar mit wichtigen Begriffen insbesondere zu "Geld und Währung" zur Verfügung.
Die Saisonbereinigung ist eine statistische Methode, die darauf abzielt, aus Zeitreihen die üblichen regelmäßig auftretenden jahreszeitlichen bzw. saisonalen Einflüsse (z. B. Zahl der Arbeitslosen, die in den Ferien oder im Winter erfahrungsgemäß steigt) herauszufiltern, um den längerfristigen Trend der Zeitreihe untersuchen zu können.
Eigene Wechsel der öffentlichen Hand mit einer Laufzeit von wenigen Tagen bis zu sechs Monaten. Sie werden als Diskontpapiere vergeben, d. h. der Erwerber zahlt nur den abgezinsten Wechselbetrag und erhält bei Fälligkeit den Neubetrag zurück.
Als Instrument des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in gesetzlich vorgeschriebener Form ausgestellte Zahlungsanweisung eines Kunden an sein Geld- und Kreditinstitut. Mit der Tendenz zur beleglosen Abwicklung des Zahlungsverkehrs hat der Scheck zunehmend an Bedeutung eingebüsst. Stattdessen wird mittlerweile häufig mit der Bankkundenkarte (vormals EC-Karte) bezahlt, zumal die Banken die Einlösungsgarantie der Euroschecks abgeschafft haben. Ein solches Zahlungsversprechen wird nun nur noch im Zusammenhang mit der Bezahlung mittels Bankkundenkarte abgegeben.
Bei Scheidemünzen liegt der Materialwert unter dem Nennwert, den die Münze repräsentiert. Früher dienten sie zur Unterteilung (Scheidung) der Gold- oder Silberwährungsmünzen, deren Nennwert ihrem Metallwert entsprach. Heute sind, seit man Gold- oder Silberwährungen aufgegeben hat, praktisch alle Verkehrsmünzen Scheidemünzen, auch die gängigen Euro-Münzen.
Tenderverfahren, das vom Eurosystem für Feinsteuerungsoperationen am Geldmarkt genutzt wird, wenn die Liquiditätssituation am Markt rasch beeinflusst werden soll. Schnelltender werden normalerweise innerhalb von 90 Minuten und in der Regel nur mit einer begrenzten Anzahl von Geschäftspartnern durchgeführt.
Meist mittel- bis langfristige Großdarlehen, die gegen Aushändigung einer Urkunde (Schuldschein) gewährt werden. Schuldscheindarlehen werden hauptsächlich von Unternehmen und öffentlichen Stellen zur Mittelbeschaffung verwendet. Der Schuldschein ist kein Wertpapier.
Mit einer Schuldverschreibung (Anleihe oder Rentenpapier) überlässt der Gläubiger dem Aussteller der Schuldverschreibung (Emittent) einen bestimmten Betrag für eine gewisse Zeit. Der Emittent verpflichtet sich, dem Inhaber der Schuldverschreibung (Gläubiger) diesen Betrag am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen. Außerdem zahlt er ihm nach einem festgelegten Modus Zinsen. Der Emittent beschafft sich mit einer Schuldverschreibung Kapital, der Gläubiger erhält eine verzinsliche Geldanlage. Emittenten von Schuldverschreibungen sind staatliche Stellen (öffentliche Anleihen), Banken (Bankschuldverschreibungen, Pfandbriefe) und Industrieunternehmen (Industrieobligationen).
Der Inhaber des Münzrechts erzielte in früheren Zeiten aus der Differenz von Prägekosten und Nennwert einen Münzgewinn, auch als Seigniorage bezeichnet. Heute ist der Begriff weiter gefasst und bedeutet allgemein den Unterschied zwischen Nennwert und Herstellungskosten von Münzen und Banknoten.
Durch den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) soll in Europa das bargeldlose Bezahlen über Ländergrenzen hinweg genauso einfach, sicher und effizient werden wie heute im Inland. Mit SEPA wird nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden, auch nicht bei den Gebühren für solche Zahlungen. Die standardisierten Instrumente (SEPA-Überweisung, SEPA-Lastschrift und SEPA-Kartenzahlungen) lassen sich europaweit einsetzen. Neben den Ländern der Europäischen Union gehören dem SEPA-Raum auch Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz an. Die europäischen Banken haben sich verpflichtet, den traditionellen bargeldlosen Zahlungsverkehr in den kommenden Jahren auf die SEPA-Instrumente umzustellen.
Der SoFFin ist ein Sonderfonds des Bundes, der im Oktober 2008 im Rahmen des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes errichtet wurde. Er wird von der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung verwaltet. Der SoFFin hat die Aufgabe, das Finanzsystem in Deutschland zu stabilisieren. Der Fonds kann von Banken emittierte Schuldverschreibungen garantieren, sich an Finanzunternehmen beteiligen und so deren Eigenkapital erhöhen sowie Risikopositionen der Banken durch Ankauf übernehmen.
Die Verordnung über die angemessene Eigenmittelausstattung von Instituten, Institutsgruppen und Finanzholding-Gruppen (Solvabilitätsverordnung - SolvV) ist am 1. Januar 2007 in Kraft getreten und gilt nach einjährigem Übergangszeitraum seit 1. Januar 2008 verpflichtend für alle Institute in Deutschland. Sie setzt die Vorgaben von Basel II in deutsches Recht um.
Projekt der Europäischen Kommission, das – in Anlehnung an Basel II – neue Solvabilitätsvorschriften für den Versicherungssektor formuliert und neben dem quantitativen Element der Kapitalausstattung auch die Qualität des unternehmensindividuellen Risikomanagements einbezieht.
Sonderziehungsrechte (SZR) sind vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geschaffenes Buchgeld, das zu den internationalen Währungsreserven zählt. Der IWF kann seinen Mitgliedern SZR zuteilen, um einem weltweiten Mangel an Liquidität vorzubeugen. Der Wert eines SZR entspricht dem Marktwert eines Währungskorbs, der sich aus den vier wichtigsten Weltwährungen (US-Dollar, Euro, Yen und britisches Pfund) in gewichteter Form zusammensetzt. Nur der IWF, die Währungsbehörden der Mitgliedsländer und andere eigens zugelassene offizielle Stellen können die „künstliche Währung“ SZR für finanzielle Transaktionen untereinander verwenden.
Sorten nennt man in der Banken- und Finanzbranche ausländisches Bargeld, also ausländische Münzen und Banknoten.
Von fast allen Universalbanken unter unterschiedlichen Bezeichnungen ausgegebene Papiere zur mittel- und langfristigen Fremdmittelbeschaffung. Die Sparbriefe nehmen eine Mittelstellung zwischen den Spareinlagen und den börsenfähigen Schuldverschreibungen ein. Rechtlich handelt es sich um Einlagen.
Von vornherein nicht befristete Gelder von Kunden, die von den Geld- und Kreditinstituten auf Sparkonten geführt und für die dem Sparer eine besondere Urkunde (meist ein Sparbuch) ausgehändigt wird. Spareinlagen dürfen nicht für den Zahlungsverkehr benutzt werden. Will der Einleger sein Geld zurückbekommen, muss er normalerweise bestimmte, bei der Anlage vereinbarte Kündigungsfristen beachten. Am häufigsten ist die dreimonatige Kündigungsfrist. Bei dieser Form der Spareinlagen kann der Sparer pro Monat auch 2000 € ohne Kündigung abheben. Der Zins für Spareinlagen ist meist variabel, d. h. er schwankt mit dem allgemeinen Zinsniveau.
Öffentlich-rechtliche Kreditinstitute, deren Träger meist die Kommunen sind. Sparkassen betreiben fast alle Arten von Bankgeschäften. Eine besonders starke Stellung haben die Sparkassen im Spargeschäft.
Die Spitzenrefinanzierungsfazilität ist ein geldpolitisches Instrument des Eurosystems, über das sich die Banken auf eigene Initiative von der Zentralbank Liquidität bis zum nächsten Geschäftstag beschaffen können – gegen notenbankfähige Sicherheiten und zu einem vorgegebenen Zinssatz. Über die Spitzenrefinanzierungsfazilität können Banken ihren Liquiditätsbedarf kurzfristig decken. Der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bildet im Allgemeinen die Obergrenze für den Tagesgeldsatz am Geldmarkt und ist somit einer der Leitzinsen des Eurosystems.
Differenz von Preisen oder Renditen, zum Beispiel zwischen Staats- und Unternehmensanleihen.
Zwangsweiser Ausschluss von Minderheitsaktionären aus einer Aktiengesellschaft gegen Zahlung einer angemessenen Abfindung. Das Aktiengesetz ermöglicht das Squeeze-out, wenn ein Aktionär direkt oder über von ihm abhängige Unternehmen mindestens 95% des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft hält.
In dem 1996 beschlossenen Stabilitäts- und Wachstumspakt verpflichten sich die EU-Länder auch nach Eintritt in die Währungsunion dauerhaft und nachhaltig Haushaltsdisziplin zu wahren. Denn das geldpolitische Ziel Preisstabilität kann auf Dauer nur erreicht werden, wenn es durch eine stabilitätsorientierte Finanzpolitik unterstützt wird. Die Obergrenze für die jährlichen Haushaltsdefizite liegt grundsätzlich bei drei Prozent, der Schuldenstand bei höchstens 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Höhere Defizite sind nur in begründeten Ausnahmefällen zugelassen. Bei Verstößen gegen die Regeln können EU-Kommission und Ecofin-Rat ein sogenanntes Defizitverfahren in Gang setzen, das empfindliche Sanktionen zur Folge haben kann. Ein wesentliches Element des Stabilitäts- und Wachstumspakts ist, dass – ergänzend zum Defizitkriterium – mittelfristig nahezu ausgeglichene öffentliche Haushalte anzustreben sind.
Wortschöpfung aus den Begriffen „Stagnation“, also dem Fehlen von wirtschaftlichem Wachstum, und „Inflation“, also dem anhaltenden Anstieg der Verbraucherpreise. Stagflation stellt eine besondere wirtschaftspolitische Herausforderung dar. So kann mit einer expansiven Geld- oder Fiskalpolitik zwar kurzfristig die Nachfrage stimuliert werden, gleichzeitig wächst aber die Gefahr beschleunigter Preisanstiege. Umgekehrt verringert eine restriktive Geld- oder Fiskalpolitik zwar die Inflation, auf der anderen Seite dämpft sie aber auch die Wirtschaftsaktivität und damit das Wachstum weiter.
Standardisiertes Ausschreibungs- und Zuteilungsverfahren für regelmäßige Offenmarktgeschäfte, die das Eurosystem den dafür zugelassenen Banken (Geschäftspartnern) anbietet. Werden vor allem für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte verwendet. Können in Form von Mengentendern oder Zinstendern durchgeführt werden.
Ständige Fazilitäten zählen zu den geldpolitischen Instrumenten des Eurosystems, die die Banken täglich auf eigene Initiative in Anspruch nehmen können. Das Eurosystem bietet zwei ständige Fazilitäten an, die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität. Die Zinssätze der ständigen Fazilitäten bilden einen Zinskorridor, innerhalb dessen sich der Tagesgeldzins am Geldmarkt bewegt. Als Leitzinsen geben sie Signale über den allgemeinen Kurs der Geldpolitik.
Simulation der Auswirkungen extremer Ausnahmen von normalen (Markt-)Entwicklungen. Die Bundesbank führt regelmäßig Makrostresstests durch, indem sie mit Hilfe eines statistischen Modells für verschiedene Szenarien die Entwicklung des Kreditrisikos und des Zinsergebnisses prognostiziert. Bei Mikrostresstests – wie dem Marktrisikostresstest – wird eine Auswahl von Banken gebeten, auf Basis vorgegebener Szenarien die Marktwertveränderungen ihrer eingegangenen Positionen in Prozent des haftenden Eigenkapitals zu ermitteln.
Strukturelle Operationen zählen zu den geldpolitischen Instrumenten, mit denen die Zentralbank die Liquiditätsposition des Bankensystems gegenüber dem Eurosystem anpassen kann. Sie können über befristete Transaktionen, Outright-Geschäfte oder die Emission von Schuldverschreibungen der EZB erfolgen.
Vereinbarung zwischen zwei Parteien über den Austausch von Zahlungsströmen (z.B. Devisen- oder Zinszahlungen) während einer bestimmten Laufzeit zu festgelegten Terminen in der Zukunft.
Austausch von Währungspositionen und Zinsverpflichtungen (z. B. Tausch von zukünftigen Zahlungsverpflichtungen in Dollar gegen solche in Euro). Inzwischen weit verbreitetes Instrument im Finanzmanagement von Banken und Wirtschaftsunternehmen. Eine besondere Form sind die Devisen-Swapgeschäfte der Zentralbanken.
Relativer Unterschied zwischen Kassa- und Terminkurs für Devisen. Er liegt Swapgeschäften in Devisen zugrunde, mit denen sich Akteure auf internationalen Märkten gegen das Wechselkursänderungsrisiko absichern können.
SWIFT (Society für Worldwide Interbank Financial Telecommunication) ist eine von Banken gegründete genossenschaftliche Institution, die ein Netzwerk für den Austausch von Nachrichten, insb. Zahlungsnachrichten betreibt. Eine SWIFT Zahlungsnachricht ist lediglich ein Zahlungsauftrag, die Abwicklung der Zahlung erfolgt über ein Zahlungssystem oder Korrespondenzbankenbeziehungen.
Eine Bank oder Bankengruppe ist systemrelevant, wenn ihre Zahlungsunfähigkeit das Funktionieren des inländischen Finanzsystems oder wesentlicher Teile davon gravierend beeinträchtigen würde und zudem negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft hätte.
Das Risiko, dass bei Zahlungsunfähigkeit eines Marktteilnehmers andere Marktteilnehmer nicht mehr in der Lage sind, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und es dadurch zu erheblichen, die Finanzstabilität gefährdenden Liquiditäts- und/oder Solvenzproblemen kommen kann.