
In diesem Segment stellt die Deutsche Bundesbank ein speziell auf Schülerinnen und Schüler zugeschnittenes Glossar mit wichtigen Begriffen insbesondere zu "Geld und Währung" zur Verfügung.
Eine Bad Bank ist eine Zweckgesellschaft zur Bereinigung von Bankbilanzen. Banken können gegen eine Ausgleichszahlung hoch abschreibungsgefährdete Finanzaktiva zeitlich befristet auf eine Bad Bank übertragen und sich so vor zusätzlichen Wertberichtigungen und damit vor einer darin begründeten weiteren Verschlechterung ihrer Solvenzsituation schützen.
=> Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Die „No-Bail-Out“-Klausel (Art. 125 Lissabon-Vertrag) besagt, dass kein Staat für Verbindlichkeiten und Schulden eines anderen EU-Mitgliedsstaates haften oder aufkommen muss.
Ein anhaltender Kursrückgang an der Börse wird als Baisse bezeichnet. (=> Hausse)
Eine Bank ist ein Wirtschaftsbetrieb, der Dienstleistungen rund ums Geld erbringt. Banken vergeben Kredite und schaffen in diesem Zuge Giralgeld. Zu ihrer Refinanzierung nehmen sie fremde Gelder an (Einlagengeschäft) oder begeben Schuldverschreibungen. Zu den weiteren Hauptaufgaben der Banken gehört es, die Wirtschaft mit Bargeld zu versorgen, den bargeldlosen Zahlungsverkehr abzuwickeln sowie Wertpapierdienstleistungen zu erbringen. Banken sind in Deutschland diejenigen Unternehmen, die nach § 1 Abs. 1 KWG die dort genannten Bankgeschäfte betreiben.
Die BIZ mit Sitz in Basel (Schweiz) hat die Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken zu fördern und den internationalen Zahlungsausgleich zu erleichtern. Der bei ihr angesiedelte Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht trägt zur Vereinheitlichung bankaufsichtlicher Standards bei.
Die Bankenaufsicht überwacht im öffentlichen Auftrag und Interesse die Geschäftstätigkeit der Banken. Banken müssen beaufsichtigt werden, weil sie eine zentrale Stellung im Geldkreislauf einer Volkswirtschaft einnehmen. Die Bankenaufsicht soll möglichst verhindern, dass es zu Bankenkrisen kommt, die die Funktionsfähigkeit der gesamten Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Aus einzelwirtschaftlicher Sicht soll insbesondere die Sicherheit der den Banken anvertrauten Einlagen gewährleistet werden. In Deutschland wird die Bankenaufsicht von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank ausgeübt.
Der Bankenkanal ist ein Übertragungsweg monetärer Impulse, der auf das Kreditvergabeverhalten der Banken abzielt. Bei einer geldpolitischen Restriktion wird vermutet, dass kleine Banken mit geringer Liquidität und Eigenkapitalausstattung ihr Kreditangebot besonders stark einschränken. So kann es auch zu einer selektiven Kreditvergabe bis hin zu einer Kreditklemme kommen. Bei einer Zinserhöhung wären letztlich nur Kreditnehmer mit besonders riskanten Investitionsprojekten bereit, den höheren Zins zu zahlen (Negativauslese). Da die Banken das Risiko der Investition jedoch aufgrund unvollständiger Informationen nicht sicher abschätzen können, aber eine hohe Kreditausfallrate aufgrund ihrer geringen Eigenkapitalausstattung fürchten müssen, verzichten sie lieber gänzlich auf eine Kreditvergabe.
Banken benötigen ausreichend Liquidität bzw. „flüssige“ Mittel, um ihre Zahlungsbereitschaft aufrechtzuerhalten. Aus Sicht einer einzelnen Bank zählen zur Bankenliquidität grundsätzlich alle Aktiva, die jederzeit in Zahlungsmittel umgetauscht (liquidiert) werden können, wie börsengehandelte Wertpapiere oder Guthaben bei anderen Banken. Das Bankensystem als Ganzes kann aber nicht mit Forderungen der Banken untereinander bezahlen, sondern nur mit Zentralbankgeld. Zur gesamtwirtschaftlichen Liquiditätsausstattung der Banken gehören daher lediglich ihre aktuellen Bestände an Zentralbankguthaben und Kassenmittel (Bargeld).
Das Bankensystem umfasst die Zentralbank und die Geschäftsbanken. Die Geschäftsbanken arbeiten als Universal- oder Spezialbanken. Die Universalbanken sind typisch für das deutsche Bankwesen und betreiben viele Arten von Bankgeschäften wie das Einlagen-, das Kredit- und das Wertpapiergeschäft. Dazu gehören Kreditbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Zu den Spezialbanken zählen Realkreditinstitute, Bausparkassen oder Kreditinstitute mit Sonderaufgaben, die sich auf bestimmte Geschäftsschwerpunkte konzentrieren.
Die Bankleitzahl ist eine achtstellige Nummernfolge, die jede Bank in Deutschland identifiziert. Die Bankleitzahlen wurden im Jahr 1970 vom Kreditgewerbe und der Deutschen Bundesbank eingeführt, um eine Automatisierung des bargeldlosen bzw. unbaren Zahlungsverkehrs zu ermöglichen.
Der Bank Lending Survey ist eine Umfrage zur Kreditvergabepolitik, die das Eurosystem seit Januar 2003 vierteljährlich unter ausgewählten Banken durchführt. Sie enthält vor allem qualitative Fragen zur Entwicklung der Kreditrichtlinien, der Kreditkonditionen und der Kreditnachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten.
Banknoten sind auf einen bestimmten Geldbetrag lautende Geldscheine (Papiergeld). Banknoten sind im Euroraum das einzig unbeschränkt gesetzliche Zahlungsmittel.
Bankschuldverschreibungen werden von einer Bank ausgegeben. Sie dienen ihrer Refinanzierung und können als Einmal- oder Daueremissionen aufgelegt werden. Eine besonders bekannte Form davon sind die Hypothekenpfandbriefe der Hypothekenbanken.
Das Bargeld umfasst Banknoten und Münzen.
Unter Basel II versteht man ein umfassendes Regelwerk des internationalen Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Es schreibt vor allem vor, wie viel Eigenkapital die Banken mindestens vorhalten müssen, um ihr Geschäft betreiben zu dürfen. Zur Berechnung dieser Mindestausstattung mit Eigenkapital werden insbesondere alle Risiken einer Bank im Kredit-, Anlage- und Handelsgeschäft erfasst und gewichtet. Neben quantitativen Vorgaben für die Mindestausstattung mit Eigenkapital sehen die Regeln auch qualitative Anforderungen für das Risikomanagement der Banken sowie Offenlegungspflichten vor. In der Europäischen Union sind alle privaten Banken seit 2008 verpflichtet, die Basel II-Vorschriften anzuwenden. 2010 wurden die Vorschriften unter dem Namen Basel III weiterentwickelt.
Im September 2010 einigten sich die Gruppe der Zentralbankpräsidenten und Leiter der Bankenaufsichtbehörden im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht auf eine Weiterentwicklung der BASEL II-Vorschriften. Dieses unter dem Namen Basel III benannte Regelwerk schreibt den Banken künftig vor, mehr und qualitativ höherwertiges Kapitel vorzuhalten. Banken sollen damit deutlich mehr Eigenkapital haben, um mögliche Verluste selbst aufzufangen und um sich so im Krisenfall aus eigener Kraft stabilisieren zu können.
Der Ausschuss entwickelt auf internationaler Ebene abgestimmte Regeln zur Bankenaufsicht (=> Basel III). Mitglieder des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht sind Notenbanken und Aufsichtsbehörden verschiedener Länder.
Der Basiszinssatz dient als Bezugsgröße für Zinsen und andere Leistungen in Rechtsvorschriften (z. B. Berechnung von Verzugszinsen) und wird jeweils zum 1. Januar und 1. Juli eines Jahres neu festgelegt. Bezugsgröße ist dabei der Zinssatz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht den jeweils aktuellen Basissatz im Bundesanzeiger.
Bausparkassen sind Spezialbanken zur Finanzierung von Bauvorhaben. Sie nehmen als eigenständige Bankengruppe entsprechend dem Bausparvertrag Bauspareinlagen entgegen und stellen nach Ablauf einer Ansparphase den Bausparern zinsgünstige Darlehen zur Finanzierung von privaten Bauvorhaben zur Verfügung.
Über befristete Transaktionen kann das Eurosystem den Banken für einen bestimmten Zeitraum Liquidität bereitstellen bzw. Liquidität entziehen. Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft dabei von Geschäftsbanken Wertpapiere mit der Maßgabe diese nach einer festgelegten Laufzeit wieder zurückzukaufen und umgekehrt. Befristete Transaktionen werden in Form von Repo- bzw. Pensionsgeschäften oder besicherten Krediten durchgeführt.
Der BIC ist eine internationale Bankleitzahl, mit der sich Banken weltweit eindeutig identifizieren lassen. Er umfasst acht oder elf Stellen. Bei Überweisungen und Lastschriften nach dem SEPA-Standard muss der BIC genutzt werden.
Die Bilanz ist eine stichtagsbezogene systematische Darstellung und Aufgliederung der Vermögens- und Kapitalverhältnisse eines Unternehmens. In einer Bankbilanz spiegelt sich u. a. das Kreditgeschäft in Forderungspositionen auf der Aktivseite und das Einlagengeschäft in Verbindlichkeitspositionen auf der Passivseite wider. Für die Aufstellung des Jahresabschlusses von Banken und Finanzdienstleistungsinstituten bestehen spezielle rechtliche Vorschriften.
Dieser Übertragungskanal monetärer Impulse stellt auf die Veränderung des Unternehmenswerts bzw. auf die Werthaltigkeit von Kreditsicherheiten im Falle einer restriktiven Geldpolitik ab. Steigende Zinsen führen zu einer Eintrübung der Geschäftsaussichten und damit zu einem geringeren Unternehmenswert. Aber nicht nur der Aktienwert der Unternehmen nimmt bei steigenden Zinsen ab, auch die Kurse von Rentenpapieren gehen zurück. Die Werthaltigkeit von (potenziellen) Kreditsicherheiten nimmt ab, und damit die Möglichkeit Kredite aufzunehmen.
Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz ist eine Fortentwicklung der handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften des HGB durch eine maßvolle Annäherung an die internationalen Rechnungslegungsregeln (International Financial Reporting Standards).
Bilanzunwirksame Geschäfte tauchen nicht in der Bilanz von Banken auf und werden nur unter bestimmten Umständen zu Forderungen oder Verbindlichkeiten (etwa beim Ausfall eines Kreditnehmers, dem eine Bürgschaft gewährt wurde). Diese Transaktionen werden daher „unter dem Bilanzstrich“ als Merkposten geführt. Zu den bilanzunwirksamen Geschäften zählt insbesondere der Handel mit Derivaten, bei denen das Entstehen von Forderungen bzw. Verbindlichkeiten von der künftigen Preisentwicklung am Finanzmarkt abhängt.
Der Binnenmarkt bezeichnet ein Gebiet, innerhalb dessen die gleichen Rahmenbedingungen für die Produktion und den Verkauf von Gütern sowie den Einsatz von Produktionsfaktoren herrschen und sich daher ein einheitlicher Markt herausbildet (Europäischer Binnenmarkt).
=> Bank für internationalen Zahlungsausgleich
=> Bankleitzahl
Bond ist das englisches Wort für Schuldverschreibung.
Die Bonität ist ein Maß für die Kreditwürdigkeit eines Schuldners und dessen Fähigkeit, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Ratingagenturen und Banken ordnen Kreditnehmer nach ihrer Bonität auf mehrstufigen Ratingskalen ein. (=> Rating)
In der Phase der Hochkonjunktur (Boom) sind aufgrund starker Nachfrage die Kapazitäten einer Wirtschaft voll ausgelastet. Es herrscht Vollbeschäftigung. Die Löhne und die Güterpreise sowie auch die Zinsen nehmen zu. Die Produktion wird so lange gesteigert, bis eine Überhitzung des Marktes eintritt – wenn also aufgrund der höheren Zinsen die Kreditnachfrage und damit die Sachinvestitionen der Unternehmen und privaten Haushalte zurückgehen (=> Rezession).
Die Börse ist ein organisierter Markt, auf dem Wertpapiere, Devisen oder auch Waren nach bestimmten Regeln gehandelt werden. Die Feststellung der Kurse bzw. Preise der gehandelten Objekte richtet sich laufend nach Angebot und Nachfrage.
Im Juli 1944 einigten sich im amerikanischen Konferenzort Bretton Woods 44 Staaten auf ein internationales Währungssystem mit festen Wechselkursen und dem US-Dollar als Leitwährung. Dabei verpflichteten sich die USA, jederzeit US-Dollar in Gold zum festgelegten Kurs von 35 US-Dollar je Feinunze Gold einzulösen (Goldeinlösungsgarantie). Das Abkommen schuf außerdem den IWF und die Weltbank. Das Bretton-Woods-System bestand bis 1973.
Dieser aus dem englischen Sprachraum übernommener Begriff steht für Wertpapierhändler oder Unternehmen, die Wertpapierhandel betreiben (sog. Broker-Häuser). Broker führen Börsenaufträge für ihre Kunden durch und erhalten dafür eine Maklergebühr, die sogenannte Brokerage oder (in Deutschland) Courtage.
Das BIP ist ein zentrales Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft oder Wirtschaftsregion in einem bestimmten Zeitraum. Dabei werden alle innerhalb der geografischen Grenzen einer Volkswirtschaft in einer Periode erstellten und zu Marktpreisen bewerteten Waren und Dienstleistungen einbezogen, soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Zum zeitlichen Vergleich der wirtschaftlichen Leistungskraft einer Volkswirtschaft wird üblicherweise das reale Bruttoinlandsprodukt verwendet, das nicht in laufenden Preisen gemessen wird, sondern in konstanten Preisen eines bestimmten Basisjahres.
Das Bruttonationaleinkommen, bis 1999 als Bruttosozialprodukt bezeichnet, ist der Wertmaßstab für die gesamte wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum. Das Bruttonationaleinkommen umfasst im Gegensatz zum Bruttoinlandsprodukt nicht nur die im Inland produzierten Güter und Dienstleistungen, sondern die von Inländern (natürliche und juristische Personen mit ständigem Wohnsitz im Inland) im In- und Ausland erstellten Leistungen (Inländerkonzept). Rein rechnerisch ergibt sich das Bruttonationaleinkommen, indem zum Bruttoinlandsprodukt der Saldo der Erwerbs- und Vermögenseinkommen zwischen Inländern und dem Ausland addiert wird.
Bruttosozialprodukt bezeichnete bis 1999 das Bruttonationaleinkommen.
=> Giralgeld
Eine Bundesanleihe ist eine langfristige Schuldverschreibung, die der Bund zur Deckung seines Kreditbedarfs ausgibt. Sie hat in der Regel eine zehnjährige Laufzeit und eine feste Nominalverzinsung.
Die BaFin ist eine selbstständige Bundesanstalt im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen. Sie beaufsichtigt bislang Banken, Versicherungen und den Handel mit Wertpapieren in Deutschland und ist damit für die Funktionsfähigkeit, Integrität und Stabilität des deutschen Finanzsystems zuständig.
Bundesobligationen sind Schuldverschreibungen des Bundes mit fünfjähriger Laufzeit und fester Nominalverzinsung.
Die Bundesschatzbriefe sind speziell für Privatanleger konzipierte Schuldverschreibungen des Bundes mit sechs (Typ A) oder sieben (Typ B) Jahren Laufzeit und gestaffeltem Zinssatz.
Bundeswertpapiere sind Schuldverschreibungen, die vom Bund und seinen Sondervermögen herausgegeben werden. Es gibt mehrere Arten von Bundeswertpapieren, wie z. B. Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen, Bundesschatzbriefe (Typ A und Typ B), Finanzierungsschätze oder unverzinsliche Schatzanweisungen. Diese unterscheiden sich insbesondere in der Laufzeit und der Art der Verzinsung.