
In diesem Segment stellt die Deutsche Bundesbank ein speziell auf Schülerinnen und Schüler zugeschnittenes Glossar mit wichtigen Begriffen insbesondere zu "Geld und Währung" zur Verfügung.
ABCP sind Wertpapiere (Commercial Papers) mit meist drei bis neun Monaten Laufzeit, die durch Vermögenswerte (Assets) unterlegt sind. Ausgegeben (emittiert) werden sie von sogenannten Conduits zur Finanzierung eines Portfolios aus langfristigen Forderungen (z. B. Hypothekarkredite).
Bei einer Abwertung verringert sich der Wert einer Währung gegenüber anderen Währungen. Die Abwertung bedeutet also, dass die Kaufkraft der heimischen Währung im Ausland abnimmt. Damit werden Importe teurer, während inländische Produkte für das Ausland billiger werden. In einem System fester Wechselkurse (Wechselkurssystem) erfolgt die Abwertung gewissermaßen amtlich durch Beschluss der Regierungen bzw. der Zentralbanken. In einem System mit freien Wechselkursen kommt es zur Abwertung, wenn die Währung eines Landes stärker angeboten als nachgefragt wird.
Die Aktie ist ein Wertpapier, das dem Aktionär ein Recht an der Gesellschaft (Aktiengesellschaft, AG) verbrieft. Die Aktie stellt einen auf einen festen Betrag lautenden Anteil am Grundkapital der Gesellschaft dar (Mindestkapital einer AG: 50.000 €). Der Aktionär haftet nur mit seiner Einlage, nach der sich auch sein Gewinnanteil (Dividende) richtet. Die Aktie umfasst in der Regel ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung der Gesellschaft (Ausnahme: Stimmrechtslose Vorzugsaktien, die meist mit einer höheren Dividende entschädigt werden.). Die Hauptversammlung bestellt den Aufsichtsrat, der den Vorstand beruft. Die Hauptversammlung kann außerdem die Satzung ändern sowie die Kapitalbedingungen und die Gewinnverteilung regeln. Aktien lauten üblicherweise auf den Inhaber und können somit leicht übertragen werden (Inhaberaktien). Allerdings gibt es auch Namensaktien, bei denen der Aktionär im Aktienbuch des Unternehmens verzeichnet ist.
Der Aktienmarkt ist Teil des Kapitalmarkts, auf dem Aktien gehandelt werden. Meist erfolgt dies an der Börse, aber auch außerhalb im sogenannten Freiverkehr. Auf dem Aktienmarkt wird der Aktienkurs bestimmt, der den wertmäßigen Anteil am Gesamtvermögen einer Gesellschaft angibt.
Die Aktienoption ist ein Wertpapier, das das Recht umfasst, den Kauf oder Verkauf einer Aktie zu einem späteren Zeitpunkt ausüben. (=> Option)
Dem Anlagebuch eines Kreditinstituts werden gemäß KWG alle Positionen zugeordnet, die nicht dem Handelsbuch zuzurechnen sind.
Die Anleihe ist ein Wertpapier mit genau festgelegten Bedingungen hinsichtlich Verzinsung, Laufzeit und Rückzahlungsverpflichtung. Emittenten bzw. Herausgeber von Anleihen sind üblicherweise die öffentlichen Haushalte, Banken oder große Unternehmen (Schuldverschreibung).
Das Annuitätendarlehen ist ein Kredit mit konstanten Rückzahlungsbeträgen (Raten), die sich aus einem Tilgungs- und einem Zinsanteil zusammensetzen. Da sich im Laufe der Zeit die Restschuld verringert, steigt der Tilgungsanteil im Rückzahlungsbetrag, während sich der Anteil der Zinszahlung daran verringert.
Als Anschaffungsdarlehen wird ein Kredit bezeichnet, den ein privater Haushalt zur Finanzierung von Konsumgütern (meist langlebige Gebrauchsgüter wie Möbel oder Autos) aufnimmt. Anschaffungsdarlehen besitzen häufig eine Laufzeit von drei bis fünf Jahren.
Ein Arbeitnehmer gilt in Deutschland als arbeitslos, wenn er zwar arbeitsfähig und arbeitswillig ist, aber dennoch kein Beschäftigungsverhältnis findet. In der offiziellen Arbeitslosenstatistik werden allerdings nur diejenigen Personen erfasst, die beim Arbeitsamt als arbeitslos gemeldet sind. Um die volkswirtschaftliche Arbeitslosigkeit zu erfassen, wird neben der Zahl aller arbeitslosen Personen üblicherweise die sogenannte Arbeitslosenquote verwendet, die das Verhältnis der Arbeitslosen zur Summe aller Erwerbspersonen (bzw. der abhängigen Erwerbspersonen) beschreibt.
Theoretisch betrachtet ist der Arbeitsmarkt der Ort, an dem Angebot und Nachfrage von Arbeitskräften zusammentreffen. Gegenüber anderen Märkten besteht die Besonderheit, dass sich die „Preise“ für die Arbeitsleistung nicht im freien Wechselspiel von Angebot und Nachfrage, sondern überwiegend durch Tarifverträge zwischen den Tarifvertragsparteien autonom, d. h. ohne staatliche Einmischung, festgelegt werden. Allerdings greift der Staat lenkend in den Arbeitsmarkt ein, indem er z. B. durch Zuschüsse die Beschäftigung von Behinderten oder Langzeitarbeitslosen fördert. Solche und ähnliche Maßnahmen bezeichnet man als Arbeitsmarktpolitik.
Unter Arbitrage versteht man das Ausnutzen von Preisunterschieden auf verschiedenen Märkten für dasselbe Gut oder Finanzprodukt. Arbitrage-Geschäfte sind weitgehend risikolos, da gleichzeitig gekauft (auf dem „billigeren Markt“) und wieder verkauft (auf dem „teureren Markt“) werden kann. Als Folge von Arbitrage-Geschäften gleichen sich die Preise auf verschiedenen Märkten an.
Asset Backed Securities sind bezeichnet, den ein privater Wertpapiere, die durch verschiedene homogene und unverbriefte Forderungen (z. B. Kredite) gedeckt sind. Diese Forderungen werden auf eine sogenannte Zweckgesellschaft übertragen, die diese Wertpapiere herausgibt. Die Zweckgesellschaft bedient die Investoren aus den Zahlungsströmen der zugrunde liegenden Forderungen.
Bei einer Aufwertung erhöht sich der Außenwert einer Währung (=> Abwertung).
Ausgleichsforderungen sind Aktivposten, die zum Ausgleich der Bilanzen von Banken und Wirtschaftsunternehmen geschaffen werden und sich gegen den Staat richten. Zu einem Bedarf an Ausgleichsforderungen kann es kommen, wenn im Rahmen einer Währungsumstellung Aktiva und Passiva nicht im gleichen Verhältnis umgestellt werden. Diese „künstlichen“ Vermögenswerte wurden erstmals nach der Währungsreform 1948 benötigt und kamen auch nach der Währungsunion 1990 mit der damaligen DDR zum Einsatz. 1948 war es zu einem Bedarf an Ausgleichsforderungen gekommen, weil die Kredite der Banken an den Staat wertlos geworden waren, aber auch nach der Währungsreform ein größerer Einlagenbestand bei den Banken verblieb. In der Bilanz der Bundesbank stehen auch heute noch Ausgleichsforderungen, die damals anlässlich der „Erstausstattung“ der Bevölkerung mit Bargeld entstanden waren. Auf das Instrument der Ausgleichsforderungen wurde Mitte 1990 im Zuge der Währungsunion mit der damaligen DDR erneut zurückgegriffen. So sollte die Lücke zwischen den Krediten und den im Durchschnitt zu einem günstigeren Kurs umgestellten Einlagen geschlossen werden, um den Banken einen Ausgleich für wertlose Kredite zu geben und ein ausreichendes Eigenkapital zur Verfügung zu stellen.
Der Auslandsvermögensstatus ist eine systematische Darstellung, die den Wert und die Zusammensetzung der Forderungen (Aktiva) und Verbindlichkeiten (Passiva) einer Volkswirtschaft (i.d.R. ein Land) gegenüber der übrigen Welt zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzeigt. Im Saldo der Aktiva und Passiva spiegelt sich wider, ob die Volkswirtschaft eine Nettoschuldner- oder Nettogläubigerposition einnimmt.
Automatische Stabilisatoren bezeichnen jene Einnahme- und Ausgabepositionen der öffentlichen Haushalte, die die Konjunktur ohne besondere Maßnahmen (z.B. der Politik) dämpfen bzw. stimulieren. Ein Beispiel dafür ist die Arbeitslosenversicherung. In hochkonjunkturellen Phase (Boom) steigen die Einzahlungen, da es mehr versicherungspflichte Beschäftige gibt. Die Auszahlungen wiederum sinken. In einer Rezession ist dies genau umgekehrt: Die Einzahlungen sinken und die Auszahlungen steigen.